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Partnerschaften

Junge und alte Obstbauern

Kooperationsprojekt F-J-Mone Schule mit Obst- u. Gartenbauverein Mingolsheim

Gemeinsam mit Partnern das schulische Angebot erweitern

 

Der Bildungsplan der Förderschule sieht die Zusammenarbeit mit Partnern und die Öffnung der Schule in das kommunale Umfeld vor. Die Schülerinnen und Schüler sollen Hilfe erhalten, verlässliche Kontakte zu Personen, Gruppen, Vereine und Einrichtungen knüpfen, die ihnen die Teilhabe am Leben außerhalb der Schule und über die Schulzeit hinaus ermöglichen. Darüber hinaus eröffnen sich dadurch zusätzliche Lernfelder, die für die Gruppe der FörderschülerInnen neben schulischen Lernprozessen erweiterte Entwicklungs- und Bildungschancen bieten. Auch der Aspekt der sozialen Integration ist in diesem Zusammenhang nicht zu unterschätzen.

Lehrkräfte an Förderschulen verstehen sich in diesem Kontext auch als Partner für Vereine, Kirchen und Einrichtungen der Jugend- und Familienhilfe und wirken so an der Gestaltung einer Lebenswelt mit, die Benachteiligung entgegenwirkt.

Die Franz-Josef-Mone-Schule in Bad Schönborn findet in ihrem Erziehungsauftrag Unterstützung und Begleitung für den Weg ihrer Schülerinnen und Schüler in das Leben durch Eltern, aber auch durch viele gesellschaftliche Kräfte wie Unternehmen Betriebe und Kommunen im Rahmen der berufsorientierenden Praktika sowie Vereine und Einzelpersonen, die im ehrenamtlichen Engagement mit uns zusammenarbeiten.

Diese Partnerschaften gilt es in gegenseitigen Vertrauen aufzubauen und zu pflegen. Über mehrere Jahre konnte so ein Kreis stützender und begleitender Personen gewonnen werden.

Zum pädagogischen Stellenwert dieser Partnerschaften ist zu sagen: Die Schüler und Schülerinnen unserer Schulart haben einen Förderbedarf, der es erforderlich macht, dass für den einzelnen persönlich wichtige Angebote und erweiterte Lernsituationen erschlossen werden. Dadurch werden vielfache Lernerfahrungen geöffnet, die neue Motivation für das schulische Lenen geben. Beispiele aus der Praxis zeigen, dass durch Partner von außen wichtige Impulse für die Stärkung der kindlichen Entwicklung gegeben werden. Sie zeigen den Kindern und Jugendlichen, dass sich neben ihren Eltern und Lehrern auch Menschen außerhalb der Schule für sie interessieren und bereit sind, sie in ihrer Entwicklung unterstützend zu begleiten. Unsere Schüler erleben so, dass sie gebraucht werden. Nicht selten kommt es aber auch vor, dass Lehrerinnen und Lehrer überrascht werden von den besonderen Talenten unserer Schülerinnen und Schüler, die im schulischen Rahmen selbst vielfach nicht zum Tragen gekommen sind, Talente, die richtig gefordert und gefördert dann auch im schulischen Alltag wirksam werden.

 

Ein schönes Beispiel einer so verstandenen schulischen Partnerschaft ist das „Apfelprojekt“ unserer Schule, eine Kooperation mit dem ortsansässigen Obst- und Gartenbauverein.

 

 

Die Obstanlage beim Bergwald in Bad Schönborn - Mingolsheim besteht schon nahezu 70 Jahre, fast schon ein Stück Mingolsheimer Ortsgeschichte. Damals, in den 30ern Jahren hat der ehemalige Bürgermeister Otto Friedrich Dochat im Gewann „Waldstücker“ eine Musterobstanlage in Planung genommen. Diese entstand in den Jahren 1935/36 auf einem 122 Ar großen Allmendstück, gepflanzt wurden Zwetschgen, Pfirsiche sowie verschiedene Beerensorten. Heute ist sein „Enkelkind“, Otto Dochat Vorstand des Obst- und Gartenbauvereines. Dieser Verein bewirtschaftet die Obstanlage, die seit 1959 vornehmlich mit Apfel- und Mirabellenbaumbestand bestückt ist.

Viel Erfahrung im Umgang, Pflege und Bewirtschaftung von Obstbäumen hat sich im Laufe der Zeit bei den Vereinsmitglieder angesammelt, -Wissen, das an die junge Generation weitergereicht werden sollte.

Gerade im Umgang und in der Pflege von jungen Obstbäumen werden für so manchen jungen Menschen wichtige Lebenserfahrungen gesammelt: Dass vor der Ernte die Arbeit steht.

 

Schüler und Schülerinnen der F.J. Mone – Schule machten sich deshalb auf, um an einem schönen Märzmorgen ihr künftiges Betätigungsfeld kennen zu lernen. Denn sie sollten in den nächsten Wochen, Monaten und Jahre eine Baumreihe mit ca. 50 Apfelbäumchen pflanzen, hegen und pflegen, Unkraut entfernen, Schädlinge absammeln, wässern...

Ein ortsansässiges Kieswerk übernahm die Kosten für die Beschaffung der Jungbäume, da die finanzielle Möglichkeiten des Vereines begrenzt waren.

Viel Arbeit wartet auf die 6-Klässler, aber auch reichen Lohn!

Mit viel Freude gingen die Schüler an die Arbeit. Ein ganzes Team fachkundiger Vereinsmitglieder leitete sie bei Setzen der Jungbäumchen an. Sie gaben wertvolle Tipps und Tricks um das Arbeiten zu erleichtern, aber auch um den Jungpflanzen ein gutes Anwachsen zu ermöglichen. In den nächsten Wochen besuchten die Schüler und Schülerinnen immer wieder „ihre“ Bäume und beobachteten deren Entwicklung, aber auch jahreszeitlich anfallende Arbeiten mit den „Obstbauern“ wurden durchgeführt.

Bei Apfelsaft, belegten Brötchen und Kuchen wurde abschließend der Arbeitseinsatz besprochen und das weitere Vorgehen geplant.

Im schuleigenen „Mone – Shop“, einer von Schülern geführten Schulfirma, können die Eltern dann kistenweise Äpfel erwerben. Die kleinen Obstbauern haben es sich dann im wahren Sinn des Wortes verdient, mit dem Gewinn einen Landschulaufenthalt zu finanzieren, sie haben aber zudem eine lebenswichtige Erfahrung gemacht: Vor dem Erfolg steht der Fleiß, und je mehr Hände zusammenarbeiten gelingt alles besser!

Unsere schuleigenen Apfelbäume tragen zu Ergänzung unseres Schulprofils bei. Wir sind auf dem Weg zu einer „Gesunden Schule“ Und dass der Apfel eine besondere Frucht ist und darüber hinaus auch gesund, sollen alle Schüler erfahren. Durch eine großzügige Spende eines professionellen Obstbauern ist es nämlich möglich, den Schülern als Ergänzung zum Pausenbrot noch einen Apfel dazuzugeben. „Eine gute Schule ist auch eine gesunde Schule“ so eines der Leitmotive unserer Schule, die somit nicht nur durch ein zusätzliches Bewegungsangebot versucht, den Schülern ein Gesundheitsbewusstsein zu vermitteln. Wenn man immer wieder hört, liest und tagtäglich sieht, wie viele Kinder sich ungesund ernähren, sich zu wenig bewegen und zu dick sind, muss sich auch die Schule gefordert sehen, in ihrem Erziehungsauftrag diesen Fehlentwicklungen entgegenzuwirken. Diese Botschaft soll auch bei den Eltern ankommen und dort ebenfalls umgesetzt werden.

Mehrere volle Kisten mit selbsterzeugten Äpfeln wurden nach der Ernte im Herbst in einem kühlen Raum in der Schule gelagert, damit sie ihr Aroma richtig entfalten. Mittlerweile fertigten die 5 Klässler im Unterricht liebevoll bestickte Jutesäckchen für die Äpfel. Diese wurden dann zur Winterfeier mit den Früchten gefüllt und den Eltern und Besuchern nach Hause mitgegeben werden – eine kleine Botschaft für eine gesunde Ernährung.

 

Anmerkung zum Projekt:

Die erzeugten Äpfel werden im Rahmen des Projektes „Gemeinsam gesund frühstücken“ angeboten. Des weiteren werden Äpfel im „Mone-Shop“ (Pausenverkauf) kostenlos an die Schüler/Innen abgegeben. Der Obst- und Gartenbauverein sorgt dafür, dass ständiger Nachschub „rollt“.

Ansprechpartner des Vereines:

1. Vorsitzender:     Otto Dochat

 

Raimund Sickinger

(Herr Sickinger vermarktet seine Produkte, er beliefert sowohl die Schule als auch örtliche Kindergärten regelmäßig undkostenlos mit Äpfel, die untermaßig, aber deshalb gerade für Kinder geeignet sind.)